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In dieser Stadt sollen Katzen unter Hausarrest gestellt werden

Über grüne Wiesen laufen, auf Bäume klettern und in der prallen Mittagssonne dösen – was für viele Freigänger-Katzen total normal ist, soll nach dem Willen eines kommunalen Tierschutzbeauftragten bald Geschichte sein. Um nämlich bedrohte Tierarten besser zu schützen, sollen katzenfreie Zonen entstehen. Doch ein Katzenfreund hat etwas dagegen. Er spricht von Doppelmoral.

Australien hat seit jeher so seine Probleme mit Katzen. Viele sehen in ihnen unerwünschte Einwanderer. Denn ursprünglich kamen die Tiere auf dem australischen Kontinent nicht vor. Europäer brachten sie auf ihren Schiffen mit. In den Jahrzehnten danach vermehrten sich viele der mitgebrachten Katzen unkontrolliert in der Wildnis und setzten den heimischen Tierbeständen zu.

Das hat unter anderem dazu geführt, dass Katzenkolonien von der australischen Regierung vom Weltall aus beobachtet werden. Mit spezieller Technik soll es möglich sein, ihre Marschrouten zu erkennen und sogar vorherzusagen.

Hauptstadtkatzen sollen Zuhause bleiben

Kritische Stimmen behaupten, die Regierung plane eine Art Großangriff gegen die wilden Katzen: Bis 2020 wolle Australien bis zu 2 Millionen Tiere töten. Das schreibt unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Etwas humaner mutet dagegen die aktuelle Forderung des Beauftragten für bedrohte Tierarten, Gregory Andrews, an: Nach einem Bericht der Nachrichtenseite ABC News sollen zunächst in der Hauptstadt Canberra alle Katzen unter generellen Hausarrest gestellt werden.

Der Grund: Nach Meinung Andrews würden Katzen in Australien täglich mehrere Millionen heimischer Tiere töten. Darum sollen die „Schutzzonen“ bald auch auf andere Kommunen erweitert werden. In 12 Neubezirken der Hauptstadt ist die Verordnung schon in Kraft getreten.

Widerstand gegen die Errichtung weiterer Zonen

Wessen Katzen trotzdem draußen beim Freigang erwischt werden, dem drohen empfindliche Strafen. Von bis zu 1.500 Dollar pro Katze ist die Rede. Obwohl es seit der Einrichtung der Schutzzonen noch keine Zuwiderhandlungen zu ahnden gab, bildet sich derzeit Widerstand gegen die Errichtung weiterer Zonen.


Katzen an der Leine zu führen, ist in Australien beliebt.

Don Woolford ist Katzenliebhaber und hält nach eigenen Angaben seit vielen Jahren Katzen. Seine Tiere haben bei ihm immer Freigang genießen dürfen und es stört ihn offensichtlich, dass damit bald Schluss sein soll. In seinem Text „Hypocrites want to lock up our cats“ (dt., „Heuchler wollen unsere Katzen wegsperren“) geht er mit dem Tierschutzbeauftragten Andrews hart ins Gericht:

Wann haben Sie das letzte mal eine Katze mit einer Kettensäge im Regenwald gesehen?

„Wann haben Sie das letzte Mal eine Katze mit einer Kettensäge im Regenwald gesehen?“, fragt der Tierfreund. Überdies seien 99 Prozent des Artensterbens auf den Menschen zurückzuführen. Biologen und andere Wissenschaftler könnten das bestätigen. Es bedürfe schon „einer besonderen Kombination an Heuchlertum und Arroganz, um Katzen die Verantwortung für menschliches Vergehen unterzuschieben.

Inzwischen wurde Woolfords Klageschrift von diversen Newsportalen übernommen und online gestellt. Bleibt zu hoffen, dass ihn auch der Tierschutzbeauftragte Gregory Andrews zu lesen bekommt.

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