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Gerichtsurteil in NRW: Fundbüros müssen Katzen aufnehmen

Abgeben statt schießen, heißt es jetzt für Jäger in Nordrhein-Westfalen (NRW). Das Verwaltungsgericht in Münster hat in einem Musterprozess entschieden, dass die Fundbüros in den Kommunen eingefangene Katzen aufnehmen müssen.

 
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Normalerweise landen in Fundbüros Schlüssel, Geldbörsen oder auch der eine oder andere verlorene Ehering. Die Möglichkeit, eine Katze beim Fundbüro abgeben zu können, mutet darum im ersten Moment etwas seltsam an. Dass dies jedoch grundsätzlich möglich ist, ergibt sich aus dem Umstand, dass Tiere vor dem Gesetz formal als Sache gelten.

Dass Jäger Katzen im Fundbüro abgeben können, dass die Büros ab jetzt sogar verpflichtet sind sie anzunehmen, hat ein Jagdaufseher aus Ascheberg (bei Coesfeld) erstritten. Sein örtliches Fundbüro hatte die Annahme einer Katze verweigert, die der Jäger in einer Lebendfalle gefangen hatte. Darin landen sonst normalerweise Waschbären, Füchse und anderes Raubwild.

Katzenabschuss seit April verboten

Dass der Jäger vor Gericht den Erlass erstreiten konnte, mag auch an daran liegen, dass es sei April dieses Jahres den Jägern verboten ist, Hauskatzen willkürlich abzuschießen. Noch ein Jahr zuvor hatten die Jäger von ihrem Recht fleißig Gebrauch gemacht: 7.595 Katzen sollen 2014 in NRW erlegt worden sein.

Wildernde Katzen sind für viele Tiere, darunter seltene Bodenbrüter, eine akute Bedrohung. Aus diesem Grund befürwortete selbst der Naturschutzbund NABU den Abschuss der Tiere. Es müsse jedoch der Nachweis erbracht werden, dass die Katze tatsächlich wilderte. Allein der Umstand, dass sie sich mehr als 200 Meter vom nächsten Haus entfernt habe, reiche nicht aus.

Featured Image: Cat in a Cage / bfishadow / CC-BY

 
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