Du bist hier
Home > Stories > Gerechtigkeit für Moe: „Er war die tollpatschigste und lustigste Katze auf der ganzen Welt“

Gerechtigkeit für Moe: „Er war die tollpatschigste und lustigste Katze auf der ganzen Welt“

Er sei aggressiv gegenüber zwei Wärtern geworden. Er hätte gebissen. Das reichte dem Leiter eines Tierheims in den USA als Grund, einen gesunden und erst zwei Jahre alten Kater sofort einschläfern zu lassen.

Was hierzulande unvorstellbar ist, ist in Gloucester in den USA Gesetz: Wird ein Tier auf der Straße eingesammelt und kann sein Halter nicht innerhalb von sieben Tagen ermittelt werden, muss es sterben. Was grausam klingt, ist in weiten Teilen der USA ein Weg, einer riesigen Masse ungewollter Haustiere gegenüber Herr zu werden. Manchmal finden sich auch engagierte Menschen, die die Todeskandidaten in allerletzter Sekunde noch adoptieren.

Doch Kater Moe musste von niemandem adoptiert werden, denn er hatte bereits ein liebevolles Zuhause und jemanden, der ihn schmerzlich vermisste. Seit Juli war sein Frauchen Stephanie Radlinger auf der Suche nach ihm. Als das örtliche Tierheim sich meldete, war sie überglücklich: Moe wurde am Morgen des selben Tages von jemandem gefunden und befände sich nun in ihrer Obhut.

Moe war weder krank, noch verletzt

Als sein Frauchen wenige Stunden später zum Tierheim fuhr um Moe abzuholen, erlitt sie einen Schock. Moe sei soeben eingeschläfert worden: „Ich war am Boden zerstört. Du denkst, du bekommst deine Katze zurück und dann erfährst du, dass sie bereits tot ist. Dabei war Moe weder krank, noch verletzt“.

Angeblich hätte Moe einen Wärter gebissen und sich auch sonst äußerst aggressiv gezeigt. Fotoaufnahmen auf Stephanie Radlingers Facebookseite zeigen allerdings einen zutraulichen und menschenbezogenen Kater, der gerne mit seinem Hundekumpel schmust. „Moe war die tollpatschigste und lustigste Katze auf der ganzen Welt“, ist sein Frauchen überzeugt.

Stephanie Radlinger betont, dass das Tierheim die sieben Tage Frist nicht eingehalten hätte, bevor es ein Tier einschläferte. Außerdem hätte Moe einen Chip unter seinem Fell getragen, der ihn eindeutig als Haustier auswies. „Wir müssen uns doch auch an die Gesetze halten, warum muss es das Tierheim nicht?“

Einer Erhebung zufolge steht das Tierheim in Gloucester bei Euthansasierungen auf einem traurigen Platz 5 in den USA. 2014 wurden dort 1839 Katzen eingeschläfert.

Stadtsprecherin beschäftigt sich jetzt mit dem Fall

Die Stadtsprecherin Deb Delitto hat nach Kritik aus der Öffentlichkeit nun versprochen zu ermitteln, welche Umstände dazu geführt haben, dass das Tierheim die gesetzlich vorgeschriebene Frist nicht eingehalten hat.

Gleichzeitig will Stephanie Radlinger mit ihrer Online-Kampagne „Justice for Moe“ auf Moe’s Schicksal aufmerksam machen. „Dadurch, dass ich meinen Fall öffentlich mache möchte ich verhindern, dass so etwas noch einmal passiert“, erklärt sie.

Eine Petition, die sich generell gegen die Euthanasierung von Fundtieren in den USA wendet, gibt es auf change.org.

Quelle: NJ.com

HINWEIS! Das Beitragsbild ist ein Symbolfoto.

Featured Image: Curiosity killed the catTeddy Kwok / CC-BY

Bild

Ähnliche Beiträge