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5 Fakten: Freilebende Katzen in der kalten Jahreszeit füttern oder nicht?

Soll man wilde Katzen im Winter füttern? Tierschützer sind in dieser Frage zwiegespalten, denn das Füttern zieht auch negative Aspekte nach sich. Hinzu kommt, dass manche Kommunen die Fütterung offiziell untersagen. 5 Fakten und ein Tipp, wie man sich als Tierfreund verhalten kann.

In Großstädten leben nicht selten mehrere tausend Katzen auf der Straße. In Berlin sollen es laut eines Berichts vom Wochenende anlässlich des Welttiertags am Sonntag rund 10.000 Tierse sein. Ein Katzenfänger des Berliner Tierheims hat Cat-News.net berichtet, dass die Dunkelziffer freilebender Katzen in der Stadt nach seiner Einschätzung rund zehnmal höher, also bei geschätzten 100.000 Tieren, liegt.

Gerade jetzt, wo die Temperaturen wieder sinken, nehmen Tierfreunde auch in anderen Städten Anteil am Leid der wildlebenden Katzen. Viele wollen es lindern, in dem sie den Tieren regelmäßig zufüttern. Doch ist das auch erlaubt? Und noch wichtiger: Ist es im Sinne des Tierschutzes?

Wer wilde Katzen füttert, macht sich nicht nur Freunde

Leider kommt es immer wieder zu Klagen durch Nachbarn oder Vermieter, die sich durch die wilden Katzen belästigt fühlen oder eine Seuchengefahr durch ebenfalls angelockte Ratten befürchten. Viele Kommunen untersagen deshalb das Füttern von wilden Tieren in ihren Satzungen.

Im folgenden lest ihr 5 wichtige Fakten zum Thema. Wir möchten uns damit weder deutlich dafür, noch generell gegen das Füttern wilder Katzen aussprechen und euch stattdessen näher mit der Sachlage vertraut machen.

1. In Deutschland ist es nicht überall untersagt, freilebende Tiere zu füttern

Es existiert in Deutschland kein Gesetz, das die Fütterung wilder Katzen direkt untersagt. Weder das Strafgesetzbuch, noch das Tierschutzgesetz kennen einen entsprechenden Paragraphen. Trotzdem kann sich ein Tierfreund strafbar machen, wenn er wilde Katzen füttert. Der Grund ist nicht das Füttern selbst, sondern die (tatsächlichen oder unterstellten) „Begleiterscheinungen“. Dazu zählt, dass Ratten durch das Futter angelockt werden könnten. (Quelle)

2. In vielen Städten besteht ein Fütterungsverbot

Die einzelnen Kommunen in Deutschland haben das Recht, das Füttern von Katzen oder beispielsweise auch Tauben in ihrem Einflussbereich zu verbieten. Bei Zuwiderhandlung droht in der Regel ein Bußgeld. Viele Städte haben solch einen Punkt in ihrer Satzung. Häufig ist in dem Zusammenhang nicht vom Füttern, sondern vom so genannten Anlocken die Rede. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte sich vor dem Füttern bei der Stadtverwaltung nach möglichen Verboten erkundigen, um Ärger zu vermeiden. (Quelle)

3. Gut ernährte Katzen pflanzen sich aktiver fort

Viele Tierfreunde argumentieren, dass gerade im Winter die Tiere verhungern würden, wenn sie ihnen nicht zufüttern würden. Das ist verständlich, doch trotzdem zieht das regelmäßige Füttern einen Effekt nach sich, den viele nicht bedenken: Füttern, ohne die Katzen zu kastrieren, ist tierschutzwidrig, findet beispielsweise die Tierärztekammer Niedersachsen. Sinnvolle Hilfe müsse zum Ziel haben, die Population wilder Katzen gering zu halten. Durch das stetige Zufüttern würden sich die Tiere aber umso freudiger fortpflanzen. Ein Teufelskreis entsteht. (Quelle)

4. Verwilderte Katzen haben kein gutes Leben

Es ist leider eine höchst romantische Vorstellung, dass Katzen in unseren urbanen Lebenswelten ein Leben in Freiheit und Unabhängigkeit führen könnten. In Wahrheit ist ihr Alltag oft von erbärmlichen Zuständen geprägt, die nur schwer mit dem Tierschutz in Einklang zu bringen sind. Sie sind häufig von Parasiten, Katzenschnupfen oder der Katzenseuche befallen. Ihre Kitten kommen krank zur Welt und sind oft nicht einmal lebensfähig. (Quelle)

5. Veterinäramt oder andere offizielle Stellen können weiter helfen

Wer Ärger vermeiden möchte oder sich an bestehende Verordnungen halten will, sollte das örtliche Veterinäramt über die Entdeckung einer wilden Katzenkolonie informieren. Alternative Ansprechpartner finden sich bei der Stadtverwaltung, dem Tierheim oder bei einer Katzenrettungsstation. In der Regel werden diese Einrichtungen die Tiere einfangen, kastrieren und in die Vermittlung geben. Sind die Tiere stark verwildert und ist eine Vergesellschaftung mit dem Menschen nur schwer vorstellbar, werden die Tiere nach der Kastration mancherorts wieder in die Freiheit entlassen. Normalerweise werden sie von den genannten Institutionen dann auch weiter mit Futter versorgt.

Tipp: Viele Katzenfreunde, die von einer wilden Katzenkolonie in ihrer Nähe wissen, möchten die Not der Tiere lindern und das ist auch gut so. Leider ist die Frage, ob man wilde Katzen füttern darf, nicht einheitlich geregelt. Es gibt viele Fälle, in denen das an sich gut gemeinte Füttern zu rechtlichen Konsequenzen geführt hat. Es erscheint darum sinnvoll, sich von Ansprechpartnern vor Ort beraten zu lassen, wie man als Einzelperson ganz konkret helfen kann. Die meisten Tierschutzorganisationen sind über jede helfende Hand dankbar. Und die Hilfe kann durchaus darin bestehen, eine Katzenkolonie in der unmittelbaren Umgebung weiterhin regelmäßig mit Futter zu versorgen, nachdem die Tiere kastriert worden sind.

 

Featured Image: © Chiot’s Run / CC-BY

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