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Die erste und einzige Katze im Weltraum soll mit einer Statue geehrt werden

Die französische Katze Felicette erlebte 1963 eine Mission ins Weltall. Wenige Wochen nach ihrer erfolgreichen Rückkehr wurde sie im Namen der Wissenschaft eingeschläfert. Jetzt soll Felicette mit einem eigenen Denkmal geehrt werden. Die wichtigsten Fakten gibt es hier.

 
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Noch heute kennt fast jeder den Namen der ersten Hündin im All. 1957 wurde Laika auf ihre Mission geschickt, von der sie jedoch nicht lebendig zurückkehrte. Weil aber den Namen der ersten Katze im Weltraum, Felicette, bis heute praktisch niemand kennt, hat sich ein Katzenfan aus London überlegt, dass man das ändern müsste.

Matthew Serge Guy hat auf Kickstarter.com eine Petition ins Leben gerufen die helfen soll, das Andenken an die Weltraumkatze zu bewahren. Die Chancen für die Umsetzung eines Ehrenmals stehen gut! Schon in den ersten Tagen nach dem Start der Kampagne kamen bereits 12.000 britische Pfund (rund 13.500 Euro) zusammen.

 

Warum hat man 1963 eine Katze in den Weltraum geschickt?

Als die Weltraumforschung noch in ihren Kinderschuhen steckte, wusste man nicht allzu viel darüber, wie sich Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper auswirken würde. Bevor der erste Astronaut das Weltall betrat, ebneten zahlreiche Tiere den Weg für spätere Missionen mit Menschen. Vor Felicette waren bereits Hündin Laika und der Schimpanse Ham im All. Hinter der Mission mit einer Katze steckte die französische Raumfahrtagentur Centre National d’études Spatiales (CNES).

Viele Wissenschaftler waren damals der Ansicht, dass Säugetiere im Weltraum generell nicht überleben könnten oder später an den Folgen der Gravitation sterben würden. Als Felicette wohlbehalten zurückkehrte, war das für viele eine kleine Sensation:

Foto: kickstarter.com

Wer war Felicette?

Über die Herkunft der Katze gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, dass Mitarbeiter der Raumfahrtagentur sie auf den Straßen von Paris gefunden und mitgenommen haben. Möglich ist aber auch, dass Felicette einem Katzenhändler abgekauft wurde.

Später jedenfalls trainierte Felicette gemeinsam mit 13 anderen Katzen für ihren Einsatz im Weltraum. Durch verschiedene Tests wollte die Agentur herausfinden, welches der Tiere sich am besten für die Mission eignet. Man entschloß sich schließlich für Felicette – möglicherweise aufgrund ihres ruhigen und zutraulichen Wesens, wie überliefert ist.

Auf dem Bild ist Felicette ganz unten rechts zu sehen:

Foto: kickstarter.com

Was geschah auf Felicettes Mission?

Am 18. Oktober 1963 wurde die Katze von Algerien aus in den Weltraum geschossen. In ihrer kleinen Kapsel erlebte sie rund 5 Minuten der Schwerelosigkeit und erreichte eine Höhe von 157 Kilometern. Nach nur 13 Minuten endete ihr Trip in den Weltraum: Ihre Kapsel sank mit Hilfe eines Fallschirms zurück auf die Erde. Ein Team der französischen Raumfahrtagentur sammelte sie in der algerischen Wüste wieder ein.

 
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Berichten zufolge soll die Katze zwei oder drei Monate nach ihrem Weltraumflug in das Raumfahrtprogramm der Agentur zurückgekehrt sein. Traurig: Obwohl Felicette den Flug unbeschadet überstanden hatte, wurde sie kurze Zeit später eingeschläfert. Noch zu Lebzeiten hatte man dem Tier Elektroden in den Kopf implantiert, welche die Veränderungen im Gehirn während ihrer Mission aufzeichnen sollten. Um die Ergebnisse analysieren zu können, musste die Katze sterben.

Das folgende Bild ist nur wenige Minuten nach der erfolgreichen Landung der Kapsel entstanden:

Foto: kickstarter.com

Warum soll Felicette nun eine Statue bekommen?

Für viele Katzenfreunde ist es eine Schande, dass die Geschichte um Felicette kaum bekannt ist. Das Wenige, was man über sie weiß, wird sogar bis heute fälschlicherweise einem Kater Felix untergeschoben – ganz so, als ob nur ein männliches Tier fit genug für eine Weltraummission wäre (Weltraumkater Felix hat es in Wahrheit niemals gegeben).

Weil auch andere tierische Astronauten eine Statue haben, finden Matthew Serge Guy und seine Unterstützer, dass auch Felicette ein Ehrenmal bekommen sollte.

Die Statue soll außerdem die Erinnerung daran wachhalten, dass viele Tiere im Namen der Wissenschaft ihr Leben lassen mussten. Denn so spannend die Geschichte von der ersten Katze im Weltraum auch klingen mag: Freiwillig hatten Felicette und die 13 weiteren Katzen an dem Raumfahrtprogramm nicht teilgenommen. Ob die anderen Tiere das Weltraumtraining überlebten, ist nicht bekannt.

Felicette war zwar 1963 das letzte Tier im All, doch humanitäre Gründe waren sicher nicht der Anlass, diese Art von Weltraumflügen zu stoppen. Wahrscheinlicher ist, dass moderne und eher am Menschen orientierte Methoden ihren Einsatz überflüssig machten.

Wie könnte eine Statue für die Weltraumkatze aussehen?

Der Entwurf für eine Statue zu Ehren von Félicette stammt aus der Feder der britischen Künstlerin Gill Parker. In Großbritannien ist Parker eine der gefragtesten Bildhauerinnen im Bereich von Tierskulpturen und somit bestens für den Auftrag qualifiziert.

So sehen ihre Entwürfe für eine Felicette-Statue aus:

Foto: kickstarter.com

Auf Kickstarter.com könnt ihr Felicette zu ihrer posthumen Ehre verhelfen. Derzeit fehlen noch rund 38.000 Pfund zur Umsetzung der Skulptur. Erklärte Absicht der Initiatoren ist es, die Statue später in Félicettes Heimatstadt Paris aufstellen zu lassen.

 
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