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72 Stunden haben Katzen in US-Tierheimen Zeit. Danach sind sie Todeskandidaten

Achtung: In diesem Beitrag geht es nicht um Klickfang! Wir möchten aufklären, welch unfassbare Grausamkeit sich Tag für Tag in einem der größten Tierheime der USA, in einem der reichsten Länder unserer Erde, wiederholt. Selbst den meisten Amerikanern sind die hier geschilderten Vorgänge unbekannt.

 
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Für ein Tier ist es immer eine traumatische Erfahrung, wenn es in ein Tierheim kommt. Allein, getrennt von seinen Lieben, blickt es in eine ungewisse Zukunft. Gerade ältere Tiere werden in der Regel nicht mehr vermittelt und werden, bis sie sterben, im Tierheim mit dem Nötigsten versorgt. Das ist der Alltag in deutschen Tierheimen.

Wenn Du jetzt denkst, das sei grausam, solltest Du an dieser Stelle lieber mit dem Lesen aufhören. Verglichen mit den Umständen in amerikanischen Tierheimen, geht es unseren herrenlosen Vierbeinern nämlich richtig gut. Der Unterschied: Es ist egal, wie viele kommen, sie alle dürfen leben! Tiere werden nach 72 Stunden zu Todeskandidaten Landet ein Tier hingegen in der Großstadt New York im Heim, hat es eine Frist von 72 Stunden, um von seinem Halter gefunden oder an jemanden Neues vermittelt zu werden. Danach ist es ein offizieller Todeskandidat. Zusammen mit vielen anderen Hunden und Katzen wird seinem Leben bald ein Ende in der Gaskammer gesetzt. Kranke und sehr junge Tiere können sogar noch vor Ablauf dieser Frist ermordet werden.

Organisiert werden die Tötungen von der Abteilung Animal Care and Control (ACC), die dem New Yorker Ministerium für Gesundheit angehört. Jedes Jahr werden mehr als 30.000 Tiere in der Auffangstation registriert. Die Einrichtung ist angewiesen, kein Tier abzulehnen.

Ungewollte Tiere werden ohne Frist ermordet

So soll es beispielweise auch keine Seltenheit sein, dass Tiere, die eigentlich ein Zuhause haben, beim ACC abgeliefert werden, weil ihre Halter beispielsweise lieber ein Jungtier hätten. Dass diese Entscheidung für das Tier häufig das sofortige Todesurteil ohne Frist bedeutet, ist nach Einschätzung von Karen Pepp vielen nicht bewusst.

todesliste Diese Katzen stehen heute auf der Todesliste. Tierschützer veröffentlichen jeden Abend eine neue Liste für den folgenden Tag, um den Tieren eine Chance auf Adoption zu bieten. tobedestroyed Aktuelle Todeskandidaten aus den Stadtteilen Manhattan und Brooklyn.

Karen Pepp ist die Gründerin von Urgent Pets on Deathrow. Die Gruppe von Tierschützern versucht Todeskandidaten noch in allerletzter Sekunde zu vermitteln. Täglich besuchen die Mitglieder die Einrichtungen des ACC, um die Daten der aktuellen Todeskandidaten aufzunehmen und ein Bild von den Tieren zu machen. Fans der Facebookseite sehen auf diese Weise tagesaktuell die Steckbriefe der zum Tode verurteilten Hunde und Katzen. Die Tierschützer bitten ihre Fans, diese zu verbreiten, damit die Chance der Tiere vergrößert wird, durch eine rechtzeitige Adoption dem Tod zu entgehen.

Tötungen werden bei vollem Bewusstsein durchgeführt

Bewusst spricht die Tierschützerin dabei übrigens von ihrer „Zerstörung“, während offizielle Stimmen des Gesundheitsministeriums die Tötungen als humanen Akt bezeichnen. „Zerstörung ist aber genau das, was diesen Tieren bevorsteht“, so Pepp. Die Tötungen würden ohne Beruhigungsmittel durchgeführt werden. Anschließend werden die Tiere in schwarzen Platikbeuteln im Müll entsorgt: „Weder der Akt des Tötens, noch was hinterher mit den toten Körpern geschieht, hat auch nur ansatzweise etwas mit Humanität zu tun“.

Was kann man von Deutschland aus tun?

Von Deutschland aus kann man leider sehr wenig für die Hunde und Katzen in den amerikanischen Tierheimen tun. Es ist natürlich möglich, für die ehrenamtliche Arbeit der Tierschützer zu spenden. Doch selbst in den USA ist die Hilfe in der Regel lokal begrenzt.

 
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Auch dieser Cat-News.net-Beitrag kann an den Zuständen nichts ändern. Trotzdem finden wir es wichtig, über den Umgang mit Tieren in den USA aufzuklären. Ohnmacht vor der unkontrollierten Vermehrung der Tiere ist einer der Hauptgründe für den unmenschlichen Umgang mit den Hunden und Katzen. Hieran zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es für den Tierschutz ist, sein Haustier kastrieren zu lassen – auch in Deutschland! Denn unkastrierte Katzen erzeugen Tierleid, das wir Menschen vermeiden könnten, wenn wir es wollen.

 
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