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Häufig unerkannt: Anzeichen für Depressionen bei Katzen

Es ist gar nicht so einfach Depressionen bei Katzen festzustellen. Augenscheinlich verhalten sich viele Tiere angepasst und still, sie machen wenig Ärger – also ganz so, wie sich viele Halter ihr Haustier wünschen. In diesem Text erfährst du, welches die versteckten Anzeichen für Depressivität sind und wie du deiner Katze wieder zu mehr Freude am Leben verhelfen kannst.

Von unserer Gastautorin Mimi Schulte

Wer Katzen hat weiß, dass es sich bei ihnen um eigenständige kleine Persönlichkeiten handelt. Sie sehen nicht nur unterschiedlich aus, jede Katze hat auch ihre eigenen Vorlieben und Charaktereigenschaften. Sind Katzen längerfristig unzufrieden, haben sie theoretisch eine ganze Palette an Möglichkeiten, dieser Unzufriedenheit einen Ausdruck zu geben.

Eine sehr bekannte und gleichzeitig sehr unangenehme Möglichkeit ist das Urinieren außerhalb des Katzenklos. Manche Katzen pinkeln entweder genau daneben, andere suchen sich Teppiche, Schuhe oder Betten für ihr Geschäft aus.

Das Urinieren auf Teppiche, Polster oder Betten ist ein sicheres Anzeichen für Depressionen, sofern ein Tierarzt organische Ursachen ausschließen konnte. Es gibt aber auch weniger offenkundige Zeichen die darauf hindeuten, dass eine Katze an Depressionen leidet. Für die Katze ist das fatal, weil sie sich genau so verhält, wie es sich viele Halter von ihrem Haustier wünschen.

Das sind 4 subitle Anzeichen für Depressionen bei Katzen:

1. Sie kommuniziert kaum noch

Katzen teilen sich uns Menschen über verschiedene Miau-Laute mit. Wissenschaftler haben eine ganze Reihe unterschiedlicher Tonlagen und Höhen bei Katzen entdeckt. Es ist ein Kommunikationsmittel, das Katzen untereinander nicht kennen, denn das Miauen wird einzig und allein dem Menschen gegenüber angewendet. Viele Katzen sind wahre Schnatterenten und haben ein großes Bedürfnis, sich ihren Menschen mitzuteilen. Wenn Katzen nicht mehr oder nur noch selten miauen, dies aber zuvor häufig taten, ist das ein Zeichen dafür, dass sie keine Lust mehr darauf haben sich ihrer Umwelt mitzuteilen. Verstärktes Miauen ist ebenfalls ein Zeichen für Depressionen, kommt aber eher am Anfang einer depressiven Erkrankung zum Ausdruck. Im weiteren Verlauf tendieren die sensiblen Tiere eher zum Schweigen.

2. Erhöhte Empfindlichkeit

Depressive Katzen sind empfindlich gegenüber kleinsten Reizen. Was sie früher toleriert haben, kann ihnen jetzt leicht zu viel sein. Deine Katze hat sich früher gerne streicheln lassen? Jetzt aber sucht sie nach kurzer Zeit das Weite, faucht dich an oder beißt sogar zu? Das ist ein Hinweis darauf, dass sie überreizt ist und Ruhe braucht. Ein erhöhtes Bedürfnis nach Ruhe ist eine Reaktion auf Stress, der ihr durch Depressionen entstehen kann.

3. Übermäßiges Schlafen

Ein von @tcbb1999 geteilter Beitrag am

Katzen schlafen bis zu 16 Stunden am Tag. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Deine Katze schläft in letzter Zeit viel mehr als sonst? Das sollte dich nachdenklich stimmen. Übermäßiges Schlafen ist ein Zeichen für Depressionen bei Katzen. Lebt deine Katze allein mit dir in der Wohnung? Hinterfrage dich kritisch, welche Aktivitäten ihr außer schlafen zur Wahl stünden. Bist du Vollzeit arbeiten? Dann solltest du deiner Mieze einen Kameraden dazu holen: Warum zwei Katzen besser sind als eine.

4. Trägheit

Deine Katze wirkt teilnahmslos, döst vor sich hin und ist nur schwer zu Aktivitäten zu motivieren? Katzen sind normalerweise sehr aktive Tiere. Sie lieben Bewegung, klettern auf (Kratz)-bäume und toben miteinander. Eine Ausnahme sind ältere Katzen, sie haben in der Regel weniger Bewegungsdrang. Wenn sie aber nur noch vor sich hinstarren und hier keine körperliche Erkrankung die Ursache ist, so handelt es sich wahrscheinlich um depressives Verhalten.

Fazit: Depressionen bei Katzen bleiben gerade deshalb so häufig unentdeckt, weil die Anzeichen dafür ihren Haltern verborgen bleiben. Wer die weniger offensichtlichen Zeichen kennt, kann leichter Maßnahmen ergreifen, um seinem Tier aus dem dunkeln Loch heraus zu helfen und sein Leben wieder lebenswert zu machen.

Das sind 5 Wege, einer depressiven Katze aus der Traurigkeit heraus zu helfen

1. Schenke deiner Katze mehr Aufmerksamkeit!

Viele Katzen werden depressiv, weil ihnen ein Katzenkumpel fehlt. Ist ein solcher nicht vorhanden, sind wir Menschen dafür verantwortlich, ihnen diesen so gut wir können zu ersetzen! Es kann schwierig sein, eine Katze depressive Katze zum Spielen zu motivieren. Sie wird dein Angebot wahrscheinlich mehrmals ignorieren, bis sie sich dann doch einmal hinreißen lässt. Trotzdem solltest du sie immer wieder zum regelmäßigen Spielen motivieren. Versuche verschiedene Spielzeuge zum Einsatz zu bringen, um für Abwechslung zu sorgen. Auch ist es eine gute Idee, feste Spielzeiten am Tag einzuplanen. 15-20 Minuten pro Spielrunde sind ideal. Hier findest du eine Liste mit ökologischen Katzenspielzeugen, die 100% keine Schadstoffe enthalten.

2. Sorge für Unterhaltung, wenn du außer Haus bist

Katzen lieben es auf der Fensterbank zu sitzen und das Geschehen draußen zu beobachten. Dabei spielt es fast keine Rolle, ob du in der Stadt oder auf dem Land lebst: Alles was sich bewegt, ist für Katzen spannend. Sorge dafür, dass sie ein schönes Plätzchen hat, von dem aus sie nach Draußen schauen kann. Gestalte ihr diesen Platz so angenehm wie möglich. Es gibt auch spezielle Hintergrundmusik, die extra für Katzen komponiert wurde. Damit kannst du deiner Katze die Zeit bis zu deiner Rückkehr angenehmer machen.

3. Lichtmangel ist auch bei Katzen ein Grund für Depressionen!

Wohnungskatzen können leicht einen Vitamin-D-Mangel ausbilden, der genau wie bei uns Menschen zu Verstimmungen führt. Sorge dafür, dass sie ausreichend Tageslicht bekommt und sich es ein sonniges Plätzchen für sie in der Wohnung gibt. Eventuell kann es auch sinnvoll sein, zusätzliche Lichtquellen wie Tageslichtslampen zu installieren. Wenn du eine sehr dunkle Wohnung hast, solltest du über diese Möglichkeit nachdenken. Diese Tageslichtlampe vom Hersteller Philips sorgt für eine gute Stimmung und verbessert den Energiehaushalt. Ein erhöhtes Energielevel ist die beste Voraussetzung, um aus einer Depression herauszufinden.

4. Synthetische Pheromone zur Stimmungsaufhellung

Feliway ist ein äußerst beliebtes Produkt bei Katzenhaltern, weil seine Einsatzmöglichkeiten sehr vielfältig sind: Als Spray sorgt es dafür, längere Autofahrten für die Tiere angenehmer werden zu lassen. In der Wohnung im elektrischen Zerstäuber steigert das Mittel das Wohlbefinden von Katzen. Die Wirksamkeit des synthetischen Pheromons wurde in mehreren Tests nachgewiesen. Ähnlich wie Antidepressiva für Menschen kann Feliway eine gute Möglichkeit sein, Katzen zu mehr Aktivität zu verhelfen. Es sollte aber für sich allein genommen nicht die einzige Lösung sein.

5. Freigang und ein Katzenkumpel

Die beste Möglichkeit Katzen vor Depressionen zu schützen, ist ein regelmäßiger Ausflug nach Draußen und Gesellschaft von anderen Katzen! Nicht alle Katzenhalter haben die Möglichkeit, ihrem Tier Ausgang zu gewähren, insbesondere wenn sie mit ihren Tieren in der Stadt leben. Trotzdem möchten wir unbedingt erwähnen, dass eine artgerechte Tierhaltung den besten Schutz vor Depressionen darstellt. Die aufgezählten Wege, einer Katze aus der Depression zu helfen, sind immer nur die zweitbeste Lösung! Manchmal gibt es aber einfach keine Möglichkeit, diesen Idealzustand einer Katze zu bieten. In diesem Fall ist eine Katze umso mehr auf die Aufmerksamkeit von uns Menschen angewiesen.

Noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Katzen sind von Natur aus äußerst anpassungsfähige Tiere. Sie verfügen über ein resilientes Wesen. Das bedeutet, dass sie Veränderungen in ihrem Leben nach einer gewissen Gewöhnung durchaus gut verkraften und sich an veränderte Bedingungen anpassen, ohne einen Schaden für ihre Psyche zu erleiden. Damit das gelingt, brauchen sie verlässliche Ressourcen die ihnen helfen, schwierige Phasen zu überstehen. Schwierige Phasen sind zum Beispiel Umzüge, der Tod eines Katzenkumpels und die Trennung von einem (menschlichen) Partner ihres Herrchens oder Frauchens. Die gute Bindung zu einer menschlichen, primären Bezugsperson kann eine verlässliche Ressource sein.

Featured Image: Max Pixel

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