Du bist hier
Home > News > Aus religiösen Gründen: Israel will herrenlose Katzen ins Ausland schaffen

Aus religiösen Gründen: Israel will herrenlose Katzen ins Ausland schaffen

Die Nachricht klingt wie ein schlechter Scherz, ist aber vollkommen ernst gemeint: Um nicht gegen das Gottesgebot „Seiet fruchtbar und mehret euch“ zu verstoßen, will der israelische Landwirtschaftsminister Uri Ariel männliche (oder wahlweise weibliche) Streunerkatzen ins Ausland schaffen. Doch Tierschützer haben etwas dagegen.

 
ANZEIGE
 

Das bisherige Kastrationsprogramm Israels ist vermutlich eines der erfolgreichsten der Welt: Mehr als 100.000 Katzen konnten auf diese Weise in den vergangenen Jahren kastriert werden. Für die Gemeinden sind die Tiere ein echter Gewinn, denn sie halten Mäuse und Schlangen fern, ohne sich dabei selbst allzu stark vermehren zu können. Freilaufende Katzen tragen somit entscheidend zur öffentlichen Gesundheit in Israel bei.

Irritierend ist darum der Vorschlag des Landwirtschaftsministers Uri Ariel, der das erfolgreiche Kastrationsprogramm am liebsten stoppen würde. „Seiet fruchtbar und mehret euch“ (Genesis 9,7) gelte nicht nur für Menschen, sondern genauso für Katzen und andere Tiere. Kastrationen von Katzen würden demnach gegen dieses Gebot verstoßen.

Wegen seiner religiösen Bedenken wandte sich Ariel, der der Parlamentspartei „HaBeit HaJehudi“ angehört, schriftlich an den Umweltschutzminister Avi Gabai mit der Bitte, die jährlich für das Kastrationsprogramm investierten eine Million Euro lieber anderweitig zu verwenden.

Stattdessen sollten alle herrenlosen unkastrierten Katzen (entweder alle männlichen oder weiblichen Tiere) ins Ausland geschafft werden. Das Problem: Bisher ließ sich kein Land finden, das bereit gewesen wäre, hunderttausende Tiere aufzunehmen.

Die Oppositionspolitikerin Tamar Sandberg sowie verschiedene Tierschutzorganisationen hatten sich ihrerseits an das Umweltschutzministerium gewandt, nachdem die Tageszeitung Yediot Aharonot die Pläne am Montag veröffentlichte, mit der Bitte, das bestehende Kastrationsprogramm unbedingt beizubehalten. Nur mit Kastrationen könnten die Katzenpopulationen im Land unter Kontrolle gebracht werden, beteuern sie.

Bisher ist unklar, ob Israel sein Kastrationsprogramm beibehalten wird, oder ob der Landwirtschaftsminister sich durchsetzen wird.

Quelle: Ynetnews.com

Featured Image: Faris Algosaibi / CC-BY

 
ANZEIGE